Geschichte von Wolfram

Die Geschichte von Wolfram reicht bis ins Mittelalter (Mitte des 16. Jahrhunderts) zurück, als die Zinnschürfer im sächsisch-böhmischen Erzgebirge in Deutschland feststellten, dass ein bestimmtes Mineral oftmals zusammen mit dem Zinnerz vorkam.

Die Schürfer stellten fest, dass dieses Mineral den Zinnertrag beim Schmelzprozess verringerte und die Schlackenbildung erhöhte.

Auf der Oberfläche der Zinnschmelze bildete sich Schaum und im Schmelzofen entstand eine schwere Schlacke, die das wertvolle Zinn zurückhielt.

Ein Zeitgenosse beschrieb das unbekannte Mineral in der damaligen Symbolsprache wie folgt: „Es reißt das Zinn weg und verschlingt es, wie ein Wolf ein Schaf verschlingt.“ Die Schürfer gaben diesem Mineral deutsche Spitznamen wie „Wolfform“, „Wolffshar“ und „Wolffram“ (was „Wolfsschaum“ bedeutet – zum Teil wegen der schwarzen Farbe und des haarigen Aussehens des Minerals).

Mitte/Ende der 1750er Jahre entdeckte der schwedische Chemiker und Mineraloge Axel Fredrik Cronstedt in der Eisenmine Bispberg in der schwedischen Provinz Dalecarlia ein ungewöhnlich schweres Mineral. Er bezeichnete dieses schwere Mineral als „Tung-sten“, was auf Schwedisch „schwerer Stein“ bedeutet.

Cronstedt war davon überzeugt, dass dieses Mineral ein neues, damals noch unentdecktes Element enthält.

1781 gelang es einem schwedischen Chemiker namens Carl Wilhelm Scheele, eine noch unbekannte Säure, die er Wolframsäure (Wolframtrioxid) nannte, zu isolieren, und er veröffentlichte die Ergebnisse seiner Experimente.

Torbeen Bergman, ein Professor in Uppsala, schlug vor, das entsprechende Metall durch Verkohlung der erhaltenen Säure aufzubereiten.

1781/82 erstellte ein spanischer Adeliger, Juan José de D‘Eluyar, der bei Professor Bergman metallurgische Chemie studierte, eine Übersicht über die von Scheele geleistete Arbeit über das Mineral Wolfram.

Nach seiner Rückkehr nach Spanien im Jahr 1783 analysierte Juan José eine Wolframprobe von einer Zinnmine in Sachsen und kam zur Schlussfolgerung, dass Wolfram die gleiche Säure enthielt wie jene, die Scheele aus Wolfram gewonnen hatte.

Dann reduzierte er das Oxid zu einem neuen Metall, indem er es mit Holzkohle erhitzte, wie es Professor Bergman zuvor vorgeschlagen hatte. Das neue Metall wurde dann nach dem Mineral, aus dem es gewonnen wurde, „Wolfram“ genannt.

Danach erforschte und experimentierte eine Reihe von Wissenschaftlern mit dem neuen chemischen Element und dessen Verbindungen. 1821 schlug K. C. von Leonhard den Namen „Scheelit“ für das Mineral Calciumwolframat (CaWO4) vor.

1847 wurde Robert Oxland ein Patent für die Herstellung von Natriumwolframat, Wolframsäure und Wolfram aus Zinnstein erteilt. Weitere Patente wurden Oxland für seine Arbeit mit wolframhaltigen Stählen im Jahr 1858 und selbsthärtenden Stählen im Jahr 1868 erteilt.

Diese Arbeiten stellten einen wichtigen Schritt in der modernen Wolframchemie dar und ebneten den Weg zur Industrialisierung. Wolfram-Glühlampen wurden 1904 patentiert und verdrängten rasch die weniger effizienten Kohlefadenlampen, wodurch die künstliche Beleuchtung revolutioniert wurde.

Die Geschichte von Wolfram

Das Bestreben, Zieheisen und andere Werkzeuge mit diamantähnlicher Härte sowie höherer Zähigkeit und Verschleißfestigkeit herzustellen, führte in den 1920er Jahren zur Entwicklung von Hartmetallen.
Ein Patent für Hartmetall wurde 1923 der Osram Studiengesellschaft in Berlin erteilt.

Wolfram wurde während des Zweiten Weltkriegs zu einem strategischen Metall, da es seine Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen und die Verstärkung von Legierungen zu einem wichtigen Rohstoff für die Rüstungsindustrie machten.

Der industrielle Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die Nachfrage nach Hartmetall, das in großem Umfang als Schneidwerkzeugmaterial und im Bau von Industrieanlagen/Maschinen verwendet wurde, sprunghaft ansteigen und hat zu dem heutigen Markt geführt, auf dem Wolframcarbid die primäre Anwendung für Wolfram ist.